| 1835 |
| 11. Dezember | Adolf Stöecker wird als Sohn eines Wachtmeisters und dessen Frau in Halberstadt geboren. |
| 1854-1857 |
| Studium der Theologie in Berlin und Halberstadt. |
| 1857-1862 |
| Tätigkeit als Hauslehrer in adligen Familien. |
| 1863 |
| Er wird Pfarrer zu Seggerede (Altmark). |
| 1866 |
| Pfarrer im Industrieort Hamersleben bei Magdeburg. |
| 1871 |
| Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wird er Divisionspfarrer in Metz. Er ist vierter Hof- und Domprediger in Berlin. |
| 1874 |
| Mitglied des Generalsynodalvorstands der altpreußischen Landeskirche. |
| 1877 |
| Stöecker übernimmt die Leitung der 1874 gegründeten "Berliner Stadtmission", die den Verfall der Religion aufhalten und die Kirche wieder zu einer öffentlichen Macht erheben möchte. Weiterhin engagiert er sich im "Zentralverein für Sozialreform auf religiöser und konstitutionell-monarchischer Grundlage". |
| 1878 |
| Er gründet die "Christlich-Soziale Arbeiterpartei" (1881 in Christlich-Soziale Partei umbenannt), die mit christlich-monarchischer Sozialpolitik und antisemitischer Agitation die Bindung der Arbeiterschaft zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) lösen möchte. Die Partei, die vom Oberkirchenrat bekämpft wird, kann sich bei den Reichstagswahlen von 1878 nicht durchsetzen. |
| 1879-1898 |
| Er ist Abgeordneter im Preußischen Abgeordnetenhaus für die Deutschkonservative Partei. |
| 1880-1893 |
| Mitglied des Reichstags für die Deutschkonservativen. |
| 1880 |
| Gründung der "Berliner Bewegung" als Zusammenschluss antisemitischer Gruppierungen. Da Stöeckers Versuch, die Arbeiterschaft für die Christlich-Sozialen zu gewinnen, gescheitert ist, wendet er sich nun erfolgreicher mit antisemitischer Propaganda an den kleinbürgerlichen Mittelstand. Er findet auch unter Studenten Zuspruch. |
| 1881 |
| Die Christlich-Sozialen schließen sich der Deutschkonservativen Partei an. Im Bund mit der konservativen Kreuzzeitung möchte Stöecker die Deutschkonservativen zu einer Massenpartei umzuformen. |
| 1883 |
| Ernennung zum zweiten Hof- und Domprediger. |
| 1887 |
| Er wird Herausgeber der "Neuen evangelischen Kirchenzeitung". |
| 1887/88 |
| Mit der Gruppe des rechten Parteiflügels der Konservativen gerät er immer stärker in Widerspruch zur Politik des Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck (1815-1898). Stöecker hat jedoch starken Einfluss auf Prinz Wilhelm, den späteren Kaiser Wilhelm II., und versucht, den Prinzen gegen Bismarck einzunehmen. |
| 1889 |
| Bismarck erzwingt Stöeckers öffentliche Verzichtserklärung auf aktive politische Betätigung. |
| 1890 |
| Abberufung als Hofprediger. Stöecker gründet den "Evangelisch-sozialen Kongreß" zur Erforschung der sozialen Frage. Ihm gehören unter anderen auch liberale Intellektuelle wie Friedrich Naumann und Adolf von Harnack an. Nach der Entlassung Bismarcks gewinnt Stöecker in der Deutschkonservativen Partei erneut an Einfluss. |
| 1892 |
| Mit Hilfe des rechten Parteiflügels gelingt es Stöecker, im Tivoli-Programm der Deutschkonservativen Partei seinen sozialen und antisemitischen Standpunkt durchzusetzen. |
| 1896 |
| Austritt aus dem "Evangelisch-sozialen Kongreß", in dem Liberale die Mehrheit besitzen. Stöecker gründet die "Freie kirchlich-soziale Konferenz". |
| 1898-1908 |
| Erneut Mitglied des Reichstags. Stöecker, der sich gegen die vorherrschenden agrarischen Interessen bei den Konservativen nicht mehr durchsetzen kann, ist politisch einflusslos. |
| 1909 |
| 2. Februar | Adolf Stöecker stirbt in Bozen (Tirol). |